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Von Klenzes Prachtbauten bis zur zeitgenössischen Baukunst: Mit den Kunstareal Walks spazieren Sie – ob virtuell oder vor Ort – von Gebäude zu Gebäude und erhalten an jeder Station wertvolle Fakten und jede Menge Hintergrundinformation: Audiodateien, Videobeiträge und Bildergalerien.

 

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All-inclusive Walk: Alle bedeutenden Bauwerke auf einer Rundtour: Dieser Walk führt zu zwölf Stationen und umfasst 200 Jahre Architekturgeschichte.

Contemporary Walk: Zeitgenössische Architektur im Kunstareal entdecken: Dieser Walk führt zu fünf beeindruckenden Gebäuden der letzten 20 Jahre.

After-work Walk: Das Eindrücklichste aus zwei Jahrhunderten: Dieser Walk führt zu neun Bauwerken, die man gesehen haben muss.

 

Schmankerl: Auf der interaktiven Karte finden Sie viele weitere Informationen, die einen Besuch im Kunstareal so bequem wie möglich machen. Filtern Sie nach Cafés und Restaurants, lassen Sie sich die nächste Haltestelle des ÖPNV oder den nächsten Bankautomaten anzeigen, suchen Sie nach Pausenorten, barrierefreien WCs, WLAN und vielem mehr …! Unter den Einzeleinträgen finden Sie nicht nur eine Kurzbeschreibung der jeweiligen Institution, sondern auch relevante Informationen zur Erreichbarkeit, zu den Öffnungszeiten und wichtigen Aspekten der Barrierefreiheit.

Pink: Alle relevanten Orte

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All-inclusive Walk: Alle bedeutenden Bauwerke auf einer Rundtour: Dieser Walk führt zu zwölf Stationen und umfasst 200 Jahre Architekturgeschichte.
Er dauert ca. 1,5 Stunden (40 min. Gehzeit).

All-inclusive Walk (barrierefrei): Alle bedeutenden Bauwerke auf einer Rundtour: Dieser Walk führt zu zwölf Stationen und umfasst 200 Jahre Architekturgeschichte.
Er dauert mit dem Rollstuhl ca. 2 Stunden und 15 min.

Contemporary Walk: Zeitgenössische Architektur im Kunstareal entdecken: Dieser Walk führt zu fünf beeindruckenden Gebäuden der letzten 20 Jahre.

After-work Walk: Das Eindrücklichste aus zwei Jahrhunderten: Dieser Walk führt zu neun Bauwerken, die man gesehen haben muss.

 

Schmankerl: Auf der interaktiven Karte finden Sie viele weitere Informationen, die einen Besuch im Kunstareal so bequem wie möglich machen. Filtern Sie nach Cafés und Restaurants, lassen Sie sich die nächste Haltestelle des ÖPNV oder den nächsten Bankautomaten anzeigen, suchen Sie nach Pausenorten, barrierefreien WCs, WLAN und vielem mehr …! Unter den Einzeleinträgen finden Sie nicht nur eine Kurzbeschreibung der jeweiligen Institution, sondern auch relevante Informationen zur Erreichbarkeit, zu den Öffnungszeiten und wichtigen Aspekten der Barrierefreiheit.

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01 Alte Pinakothek und Neue Pinakothek

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Sie stehen jetzt zwischen der Alten und Neuen Pinakothek

Zur Alten Pinakothek:

1816 beauftragte Ludwig I. – damals noch Kronprinz, also der Sohn vom König – Leo von Klenze, die Pinakothek zu bauen. Ein Museum für Gemälde. Leo von Klenze war ein Architekt, der bei Ludwig I. angestellt war. Das lang gestreckte Gebäude mit kurzen Querteilen an beiden Enden wurde 1836 eröffnet. Es war 150 Meter lang und man nannte es: Königliche Pinakothek. Bei der Eröffnung war es die längste Galerie der Welt. In die Säle kommt viel Licht von oben. Dort wurde die Bildersammlung des Hauses Wittelsbach, der bayerischen Könige, präsentiert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg baute Architekt Hans Döllgast die Pinakothek 1957 wieder auf. Sie war kaputt, und in der Mitte des Gebäudes gab es einen ungefähr 40 Meter breiten Bomben-Krater. Vor sich sehen Sie, wie Döllgast diesen und andere zerstörte Teile mit rohen Backsteinen erneuern ließ. Die Steine sind Trümmer der ehemaligen Türken-Kaserne. Statt die ursprüngliche Pinakothek wieder herzustellen, sollten die „Wunden“ des Zweiten Weltkrieges erkennbar bleiben.

Döllgast veränderte einzelne Teile der Alten Pinakothek stark: Anstatt einer von Klenze gebauten offenen Halle mit vielen Säulen gibt es heute im Inneren zwei große Treppen links und rechts. Außerdem verlegte Döllgast den Eingang von der Ostseite nach Norden. Jetzt ist er gegenüber der Neuen Pinakothek.

Diese sehen Sie auf der Seite gegenüber, an der Theresienstraße. Sie wurde 1981 eröffnet. Heute steht sie dort, wo Ludwig I. schon einmal eine Galerie bauen ließ. Diese war 1853 fertig und war das erste Museum auf der Welt, in dem Gemälde von lebenden Künstlern gezeigt wurden. Der Auftrag ging damals an die Architekten August von Voit und Friedrich von Gärtner. König Ludwig wollte ein Gespräch zwischen den Kunstwerken in der Alten Pinakothek und seiner Sammlung heutiger Malerei ermöglichen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Neue Pinakothek von Ludwig I. zerstört. Der größte Teil der Sammlung war bereits in Sicherheit gebracht worden, als der Angriff aus der Luft begann. Das Gebäude wurde vollständig entfernt und durch einen modernen Neubau ersetzt, den Alexander von Branca entworfen hatte. Das Äußere der Neuen Pinakothek wurde damals oft kritisiert, weil der Architekt außen viele Formen der Architektur früherer Zeiten aufgegriffen hat. Mit seinen ausgeglichenen und schön beleuchteten Innenräumen gilt die Neue Pinakothek aber heute als eines der besten Museums-Gebäude der Nachkriegs-Zeit in Deutschland.

Die Ausstellungs-Räume sind um zwei Innenhöfe angeordnet. So ergibt sich die Form einer liegenden Acht. Die Besucher und Besucherinnen werden so perfekt durch das Museum geführt. Architekt von Branca sagte über seinen Bau: “Die Grundrisse sollten möglichst übersichtlich sein. Der Besucher sollte keine Pfadfinder-Eigenschaften besitzen müssen, sondern, einem natürlichen “Gefälle” folgend, die Raumabfolge “durchfließen”.

Außen wurde der Bereich rechts vom Eingang abgesenkt und ein künstlicher Teich angelegt. Mit einem Restaurant für die Gäste des Museums. Alexander von Branca wollte so eine „Offenheit zur Stadt“ schaffen, „die die Menschen einlädt.“

01 Alte Pinakothek und Neue Pinakothek

1816 beauftragte König Ludwig I. seinen Hofbaumeister Leo von Klenze mit dem Bau einer Pinakothek. Der lang gestreckte Haupttrakt mit kurzen Quertrakten im Westen und Osten wurde 1836 eröffnet. Der damals Königliche Pinakothek genannte Bau war 150 Meter lang. Und damit bei Eröffnung die längste Galerie der Welt. In den Sälen mit hellem Oberlicht wurde die Gemäldesammlung des Hauses Wittelsbach präsentiert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg baute Architekt Hans Döllgast die Pinakothek 1957 wieder auf. Sie war stark beschädigt und in der Mitte des Gebäudes gab es einen rund 40 Meter breiten Bombenkrater. Vor sich sehen Sie, wie Döllgast den großen Bombenkrater und andere zerstörte Teile mit unverputzten Backsteinen erneuern ließ. Die Ziegel sind Trümmer der ehemaligen Türkenkaserne. Statt die ursprüngliche Pinakothek zu rekonstruieren, sollten die „Verwundungen“ des Zweiten Weltkrieges erkennbar bleiben.

Döllgast griff stark in die Struktur der Alten Pinakothek ein: Statt einer von Leo von Klenze gebauten Loggia gibt es heute im Inneren zwei große, symmetrische Treppen. Außerdem verlegte Döllgast den Eingang von der Ostseite nach Norden, wo er heute gegenüber der Neuen Pinakothek liegt.

Diese sehen Sie auf der Seite gegenüber, an der Theresienstraße, wo sie 1981 eröffnet wurde. Sie steht heute dort, wo Ludwig I. schon mal eine Galerie bauen ließ. Diese wurde 1853 vollendet und war das weltweit erste Museum für zeitgenössische Malerei. Der Auftrag ging damals an die Architekten August von Voit und Friedrich von Gärtner. König Ludwig wollte einen Dialog zwischen den Alten Meistern der Alten Pinakothek und seiner Sammlung zeitgenössischer Malerei ermöglichen.

Der Zweite Weltkrieg machte aus der Neuen Pinakothek Ludwig I. eine Ruine. Der größte Teil der Sammlung war zum Zeitpunkt des Luftangriffs bereits in Sicherheit gebracht worden. Das Gebäude wurde vollständig abgetragen und durch einen postmodernen Neubau Alexander von Brancas ersetzt. Das Äußere der Neuen Pinakothek wurde wegen der auffälligen Zitate historischer Form- und Stilelemente kritisiert. Doch mit seinen gut proportionierten und schön beleuchteten Innenräumen gilt die Neue Pinakothek als einer der besten Museumsbauten der Nachkriegszeit in Deutschland.

Die Ausstellungsräume sind um zwei Innenhöfe in Form einer liegenden Acht angeordnet. So werden die Besucher*innen optimal durch die Sammlung geführt. “Die Grundrisse sollten möglichst übersichtlich sein. Der Besucher sollte keine Pfadfindereigenschaften besitzen müssen, sondern, einem natürlichen “Gefälle” folgend, die Raumabfolge “durchfließen””, so Architekt von Branca.

Der Außenbereich wurde rechts vom Eingang abgesenkt und ein künstlicher Teich angelegt, inklusive Restaurant für Museumsgäste. Alexander von Branca wollte so eine „Offenheit zur Stadt“ schaffen, „die die Menschen einlädt.“

Tipp: Die großen Wiesen vor und hinter der Alten Pinakothek eignen sich bei gutem Wetter perfekt für eine Pause. Nicht nur Tourist*innen, auch die Münchner*innen selbst genießen ihre Freizeit hier im Norden des Kunstareals.

Foto: © Alte Pinakothek

02 Amerikahaus

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Hier am Karolinenplatz steht das Amerikahaus

Das Amerikahaus wurde 1957 eröffnet. Es sollte nach dem Zweiten Weltkrieg ein Zeichen sein für die neue Demokratie in Deutschland. Die Architekten Karl Fischer und Franz Simm hatten ein Gebäude entworfen, das innen sehr offen ist und viel Licht durchlässt. Typisch für die Architektur der Zeit nach dem Krieg, die auch die Demokratisierung abbilden wollte. Das Amerikahaus bezieht sich aber auch auf das Aussehen der anderen, älteren Gebäude am Karolinenplatz.

Oben auf dem viereckigen Haupthaus sehen Sie die runde, flache Kuppel, die mit dem Metall Kupfer überzogen ist. Sie bringt das Licht über den Lichthof darunter in alle Stockwerke. Die sieben Fenster auf der Vorderseite des zweiten Stocks haben Rahmen in der Form von Tempeln und erinnern an das Palais Lotzbeck. Dieses stand früher an derselben Stelle und wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Wundern Sie sich nicht, wenn Sie auf alten Bildern das Amerikahaus mit grünblauen anstatt roten Fensterrahmen sehen. Sie wurden bei der vierjährigen Sanierung bis 2020 wieder in ihre ursprüngliche rote Farbe gebracht und zu sogenannten Kastenfenstern umgebaut: mit einer feinen Konstruktion aus Stahl außen und Holzfenstern innen.

Auf der Rückseite sehen wir einen langen, flacheren Bau. Am besten kann man ihn erkennen, wenn man ein Stück in den großen Garten geht. Was viele nicht wissen: Seit der Sanierung befindet sich darin ein sehr moderner Saal für verschiedene Zwecke. Dort gibt es unterschiedliche Veranstaltungen mit Kinofilmen, Konzerten, Gesprächen und mehr. Berühmte Gäste waren bisher zum Beispiel die Autorin und Nobelpreisträgerin Toni Morrison, Bill Clinton, ein ehemaliger Präsident der USA, und Fotograf Steve McCurry. 

Tipp: Vom Karolinensaal im ersten Stock des Amerikahauses haben Sie einen fantastischen Blick auf den Karolinenplatz mit dem schwarzen Obelisken: ein Krieger-Denkmal, das König Ludwig I. im Jahr 1833 aufstellen ließ.

02 Amerikahaus

Das Amerikahaus wurde 1957 als Symbol für die demokratische Wiedergeburt Deutschlands eröffnet. Die Architekten Karl Fischer und Franz Simm hatten ein Gebäude entworfen, das im Inneren auffallend offen und transparent ist. Typisch für die Nachkriegsmoderne, in der man Demokratisierung auch in der Architektur abbilden wollte. Das Amerikahaus orientiert sich aber auch an der klassizistischen Bauweise seiner Nachbarn am Karolinenplatz.

Oben, auf dem quadratischen Haupthaus, sehen Sie die runde kupferverschalte Flachkuppel. Sie bringt das Licht über den darunterliegenden Lichthof in alle Stockwerke. Die sieben Fenster auf der Frontfassade des zweiten Stocks erinnern mit ihrer tempelartigen Einrahmung an das ehemalige Palais Lotzbeck. Es wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und durch das Amerikahaus ersetzt.

Wundern Sie sich nicht, wenn Sie auf alten Bildern des Amerikahauses grünblaue statt roter Fensterrahmen sehen. Sie wurden bei der vierjährigen Sanierung bis 2020 wieder in ihre rote Ursprungsfarbe versetzt und zu sogenannten Kastenfenstern umgebaut: Mit einer filigranen Stahlkonstruktion außen und Holzfenstern innen.

Auf der Rückseite schließt sich ein langer, niedriger Bau an. Sie sehen ihn am besten, wenn Sie ein Stück in den großzügigen Garten gehen. Was viele nicht wissen: Seit der Sanierung befindet sich darin ein hochmoderner Multifunktionssaal. Dort gibt es vielfältige Veranstaltungen mit Kinofilmen, Konzerten, Vorträgen und mehr. Berühmte Gäste waren bisher zum Beispiel Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison, der ehemalige US-Präsident Bill Clinton und Magnum-Fotograf Steve McCurry.

Tipp: Vom Karolinensaal im ersten Stock des Amerikahauses haben Sie einen fantastischen Blick auf den Karolinenplatz mit dem schwarzen Obelisken. Ein Kriegerdenkmal, das Ludwig I. 1833 aufstellen ließ.

Foto: © Leonhard Simon

03 Königsplatz

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Am Königsplatz finden Sie die Propyläen, die Glyptothek und die Staatlichen Antikensammlungen

König Ludwig I. wollte auch das Volk fortbilden und deshalb seine Kunstsammlung zu Beginn des 19. Jahrhunderts der breiten Öffentlichkeit zeigen. Außerdem gefiel dem König Griechenland sehr gut, deshalb sollte München zum “Isar-Athen” werden. Er ließ sogar das “i” in “Baiern” durch das griechische “y” ersetzen.

1815 lernte Kronprinz Ludwig, da war er also noch der Sohn vom König, in Paris den Architekten Leo von Klenze kennen. Anschließend holte er ihn nach Bayern. Drei Jahre später wurde Klenze als Architekt vom König angestellt. Das Verhältnis der beiden war viele Jahre sehr schwierig. Trotzdem entstanden aus der Zusammenarbeit viele Gebäude, die weltberühmt wurden.

Zur Glyptothek

„Trefflich! Herrlich, mein Klenze!“ soll König Ludwig I. gerufen haben, als er mit einer Kutsche an der Glyptothek vorbeifuhr. So steht es im Tagebuch seines Architekten Leo von Klenze. Dieser baute die Glyptothek zwischen 1816 und 1830 als erstes Gebäude am Königsplatz. Sie ist das älteste Museum in München, das für Besucherinnen und Besucher geöffnet ist.

Der Name „Glyptothek“ ist ein Kunstwort aus den altgriechischen Wörtern „glyphein“ und „theke“. “Glyphein” bedeutet “meißeln“. “Theke” heißt übersetzt “Ablage”. Verbindet man beide Wörter, wird daraus die “Glyptothek” - also in etwa eine “Aufbewahrung für Statuen”.

Durch ihre Säulen und die Figuren über dem Eingang sieht die Glyptothek aus wie ein griechischer Tempel. Die 14 Säle rund um den Innenhof haben gewölbte Decken und erinnern uns an römische Badeanlagen, die Thermen. Ursprünglich waren darin die Wände und Böden farbig. Bei der Wieder-Eröffnung 1972 wurde ein alter Plan für den Innenraum verwirklicht: Mit sichtbaren Wänden aus Ziegelsteinen, Böden aus blau-grauem Muschelkalk und großen Fenstern zum Innenhof schuf man einen ruhigen Rahmen für die ausgestellten Kunstwerke aus der Antike.

Die Außenwände wurden zwischen 2018 und 2021, als das Gebäude saniert wurde, in den früheren Zustand versetzt. „Wir haben besonders viel Wert daraufgelegt, die Fassade, die nach dem Krieg nur notdürftig repariert worden war, nach den Originalplänen wiederherzustellen“, so die damalige Bayerische Bauministerin Schreyer.

Die an drei Seiten des Gebäudes neue Außenwand soll aussehen wie eine Mauer aus Natursteinen, mit hellen Farben: Rosa und Steinfarben. Das sehen Sie besonders gut an den Seitenwänden, wenn Sie dann weitergehen.

Tipp: Im ruhigen Innenhof der Glyptothek befindet sich eines der schönsten Museumscafés in München. Durch die Bäume und teilweise von Pflanzen bewachsenen Wände fühlen Sie sich dort wie in Griechenland oder Italien.

03 Königsplatz

Am Königsplatz finden Sie die Propyläen, die Glyptothek und die Staatlichen Antikensammlungen

König Ludwig I. fühlte sich der Volksbildung verpflichtet. Er wollte seine Kunstsammlung zu Beginn des 19. Jahrhunderts der breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Außerdem war der König ein großer Griechenland-Fan, deshalb sollte München zum “Isar-Athen” werden. Er ließ sogar das “i” in “Baiern” durch das griechische “y” ersetzen.

1815 lernte König Ludwig in Paris den Architekten Leo von Klenze kennen und holte ihn nach Bayern. Drei Jahre später wurde Klenze Bayerischer Hofbauintendant. Das Verhältnis der beiden war viele Jahre sehr angespannt. Trotzdem entstanden aus der Zusammenarbeit zahlreiche Gebäude, die weltberühmt wurden.

Zur Glyptothek

„Trefflich! Herrlich, mein Klenze!“ soll König Ludwig I. gerufen haben, als er mit einer Kutsche an der Glyptothek vorbeifuhr. So steht es im Tagebuch seines Hofbaumeisters Leo von Klenze. Dieser baute die Glyptothek zwischen 1816 und 1830 als erstes Gebäude am Königsplatz. Sie ist das älteste öffentliche Museum Münchens.

Der Name „Glyptothek“ ist ein Kunstwort aus den altgriechischen Wörtern „glyphein“ und „theke“. “Glyphein” bedeutet “meißeln. “Theke” heißt übersetzt “Ablage”. Kombiniert man beide Wörter, wird daraus die “Glyptothek” - also in etwa eine “Aufbewahrung für Skulpturen”.

Mit ihren Säulen und Figurennischen erinnert die Glyptothek an griechische Tempel. Die 14 Säle rund um den Innenhof mit gewölbten Decken sind dagegen an römische Thermen angelehnt. Ursprünglich waren darin Wände und Böden farbig. Bei der Wiedereröffnung 1972 wurde ein altes Konzept im Inneren neu aufgelegt: Mit sichtbaren Ziegelwänden, blaugrauen Muschelkalkböden und großen Fenstern zum Innenhof schuf man einen zurückhaltenden Rahmen für die ausgestellten Antiken.

Die Fassade wurde zwischen 2018 und 2021 bei einer Generalsanierung in den Urzustand versetzt. „Wir haben besonders viel Wert daraufgelegt, die Fassade, die in der Nachkriegszeit nur notdürftig repariert worden war, gemäß den Originalplänen wiederherzustellen“, so die damalige Bayerische Bauministerin Schreyer.

Die an drei Seiten des Gebäudes neue Putzfassade simuliert ein Natursteinmauerwerk mit zarten Stein- und Rosatönen. Das sehen Sie besonders gut an den Seitenwänden, wenn Sie auf dem Weg zur nächsten Station sind.

Tipp: Im idyllischen Innenhof der Glyptothek befindet sich eines der schönsten Museumscafés Münchens. Durch die Bäume und begrünten Wände fühlen Sie sich dort wie in Griechenland oder Italien.

Zu den Staatlichen Antikensammlungen

Direkt gegenüber der Glyptothek liegen die Staatlichen Antikensammlungen. Architekt Georg Friedrich Ziebland wurde von Ludwig I. beauftragt, den Bau wie einen korinthischen Tempel zu gestalten – mit Treppensockel, Säulen und stilisiertem Gebälk. Dahinter schließt die Benediktinerabtei an, zu der auch die Basilika St. Bonifaz gehört. Nach 10 Jahren Bauzeit war der zusammen geplante Komplex 1848 fertig.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war vor allem das Innere des Museums zerstört. Das Gebäude wurde entkernt und 1967 als Ausstellungsbau der Staatlichen Antikensammlungen wiedereröffnet.

Der hohe Gebäudesockel und die breite Treppe zum Eingang heben das Haus optisch über den Königsplatz. Im Zentrum, über den acht Säulen, sehen Sie im Giebelfeld die golden strahlende Bavaria als Erneuerin und Schützerin der Künste. Die Staatlichen Antikensammlungen spiegeln die Glyptothek. Sie unterscheiden sich aber durch ihre Höhe, die breite Treppe und die fehlenden Figurennischen.

Zu den Propyläen

Im Zentrum des Königsplatzes ließ Ludwig I. ebenfalls von Leo von Klenze die Propyläen errichten. Das gigantische Tor in Form eines griechischen Tempels war bei der Grundsteinlegung 1816 als Eingang zur königlichen Residenzstadt geplant. Noch heute besteht die Sichtachse entlang der Brienner Straße. Von den Propyläen über den Karolinenplatz zum Odeonsplatz bis zur Residenz.

Vorbild für die Propyläen ist die Toranlage der Akropolis in Athen. Das Giebelrelief thematisiert den griechischen Freiheitskampf von 1821 bis 1829. Die beiden Türme erzeugen den Eindruck, Glyptothek und Antikensammlungen wären ihre Flügelbauten. “Ein Torbau von erhabener Zwecklosigkeit”, wie der Kunsthistoriker Norbert Lieb die Propyläen augenzwinkernd beschrieb.

Die Propyläen bilden zusammen mit Glyptothek und Antikensammlungen einen Dreiklang. Kaum vorstellbar, dass zwischen den drei Prachtbauten noch bis in die 1980er Jahre einer der größten Parkplätze Münchens lag: der sogenannte “Plattensee”.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Platz für Aufmärsche und Kundgebungen genutzt. Dafür pflasterte man eine 21.000 Quadratmeter große Fläche mit Steinquadern. Da Regenwasser nicht gut abfließen konnte und große Pfützen entstanden, sprach man im Volksmund vom “Plattensee”. Nach dem Krieg wurde er einfach als großer Parkplatz genutzt. Nach dem Abriss des Plattenbelags 1987, erhielt die Brienner Straße die heutige Pflasterung und die Grünflächen mit den Kieswegen wurden angelegt.

Foto: ©Alfred Müller

04 HFF München und Staatliches Museum Ägyptischer Kunst

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Hier treffen sich Kunst und Studierende

Direkt vor Ihnen befindet sich das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst. Es ist hier gemeinsam mit der Hochschule für Fernsehen und Film untergebracht – erbaut von 2007 bis 2011. Die Architekten Peter und Gottfried Böhm entwarfen ein schlichtes Gebäude. Es ist so groß und so lang wie die Alte Pinakothek auf der anderen Seite der Straße.  Auch die große Wiese davor wurde hier wiederholt. Darunter liegt das Ägyptische Museum mit seinen Ausstellungsräumen.

Die Architekten wollten eine Stimmung wie in altägyptischen Tempel-Anlagen schaffen. Zum Beispiel mit der 17 Meter hohe Eingangs-Wand. Sie erinnert ein wenig an ägyptische Architektur. Die breite Treppe führt Sie ins Museum. Die altägyptischen Schätze sind in neun Metern Tiefe zu sehen. Das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst ist das einzige Museum in Deutschland, das komplett unter der Erde liegt.

Doch anders als es von außen aussieht, gehen die Besucher und Besucherinnen nicht durch dunkle Räume. Im Gegenteil: Links vom Eingang können Sie einen Lichthof entdecken, der für eine ganz besondere Stimmung im Museum sorgt. Gelegentlich wird er für Veranstaltungen oder Ausstellungen genutzt.

Innen gibt es auf 1800 Quadratmetern große Hallen, die ein wenig an Kirchen erinnern, und kleinere Räume. Eine Linie im Boden führt Sie durch die Räume, die bestimmte Themen haben und die Dauer-Ausstellung zeigen. Bewusste Lücken lenken den Blick auf besondere Ausstellungsstücke.

Tipp: Auf dem Rasen sehen Sie die vier Meter hohe Statue aus Aluminium “Present Continuous” des niederländischen Künstlers Henk Visch. Das vom Künstler als “Gedankenstrahl” bezeichnete rote Plastikrohr setzt sich bis ins Museum fort. Sie können es untere Ende in einem der Ausstellungsräume wiederentdecken.

Die Hochschule für Fernsehen und Film finden Sie im 150 Meter langen Beton-Sockel und dem darüberliegenden Bau aus Glas. In den oberen drei Stockwerken sind – mit einem gewissen Abstand – zwei Reihen von Fenstern hintereinander gesetzt. Die inneren Scheiben lassen sich drehen. Dies kann zusammen mit dem Sonnenschutz ein interessantes Lichtspiel ergeben.

Der dreistöckige, große Sockel hat fast keine Fenster. Hinter den bis zu 70 Zentimeter dicken Mauern verbergen sich Kinosäle, Fernseh- und Filmstudios und Räume, in denen Filme gemacht werden. Tageslicht in den Studios wolle man nicht. Und für die Nach-Bearbeitung von Filmen brauchen die Studierenden Räume, in die kein Lärm kommt.

Der Architekt Peter Böhm wollte zeigen, dass das Gebäude eine Art Werkstatt ist und hat deshalb Beton als Material gewählt. Im Vergleich zu der glatten, grauen Wand der Hochschule zeigt die Eingangs-Wand des Museums eine ganz andere Oberfläche. Sie ist viel rauer und hat eine hellbraun-rötliche Farbe. Das soll an die Wüste und das Felsgebirge in Ägypten erinnern. Dazu wurden in den Beton, während er gegossen wurde, Sand aus verschiedenfarbigem Gestein gemischt. Für einen Meter brauchte man etwa einen Tag, damit der Beton zwischendurch trocknen konnte. Anschließend wurde die Oberfläche noch bearbeitet.

Der Eingang der Hochschule am Bernd-Eichinger-Platz lässt mit seinen großen Fenstern viel Licht in die hohe Halle, die auch für Veranstaltungen genutzt wird. Von dort gelangen Sie in die Kinos, Seminarräume, die Bibliothek und die Cafeteria. Treppen und frei schwebende Rampen mit überlagernden Geländern verbinden die Stockwerke und Räume. Die längste Treppe, die das ganze Gebäude durchtrennt, wurde vom Architekten „die Himmelsleiter“ genannt.

Tipp: Auf der Wiese hinter dem Gebäude gibt es immer wieder interessante Veranstaltungen, im Sommer beispielsweise Kino-Abende im Freien.

04 HFF München und Staatliches Museum Ägyptischer Kunst

An diesem Standort treffen sich Kunst und Studierende  

Direkt vor Ihnen befindet sich das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst, das gemeinsam mit der Hochschule für Fernsehen und Film auf diesem Areal untergebracht ist – erbaut von 2007 und bis 2011. Die Architekten Peter und Gottfried Böhm entwarfen ein formal zurückhaltendes Gebäude parallel zur Alten Pinakothek und in denselben Dimensionen.  

Die Architekten wollten dies Atmosphäre sakraler Bauten aufgreifen. Die 17 Meter hohe Portalwand am Eingang, die den Eingang zum Museum enthält, erinnert latent an ägyptische Architektur. Die breite Treppe führt Sie ins Museum. Die altägyptischen Schätze sind in neun Metern Tiefe ausgestellt. Das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst ist das einzige komplett unterirdische Museum Deutschlands. 

Doch anders als es von außen aussieht, landen die Besucher*innen nicht in dunklen Räumen. Im Gegenteil: Links vom Eingangs erahnen Sie einen Lichthof, der eine ganz besondere Atmosphäre im Museum erzeugt und auch als Ausstellungsfläche genutzt wird. 

Innen wechseln sich auf 1800 Quadratmetern große, kirchenschiffähnliche Räume mit intimeren, kleinen Räumen ab. Die Leitlinie führt Sie durch die thematisch gegliederte Räume der Dauerausstellung. Durchblicke lenken den Blick auf besondere Exponate. 

Tipp: Auf dem Rasen sehen Sie die vier Meter hohe Aluminium-Skulptur “Present Continuous” des niederländischen Künstlers Henk Visch. Das vom Künstler als “Gedankenstrahl” interpretierte rote Plastikrohr setzt sich bis ins Museum fort. Sie können das untere Ende in einem der Ausstellungsräume wiederentdecken. 

Die Hochschule für Fernsehen und Film finden Sie im 150 Meter langen Betonsockel und dem darüberliegenden Glaskörper. Die doppelte Haut der oberen drei Stockwerke erzeugt mit drehbaren Glasscheiben und Sonnenschutzlamellen ein abwechslungsreiches Lichtspiel. 

Der dreistöckige, massive Sockel hat so gut wie keine Fenster. Hinter den bis zu 70 Zentimeter dicken Mauern verbergen sich Kinosäle, TV- und Filmstudios und Filmproduktionsräume. Denn im Gegensatz zu einem Museum ist Tageslicht in Studios nicht gewünscht. Und für die Nachbearbeitung von Filmen brauchen die Studierenden schallgeschützte Räume. 

Architekt Peter Böhm wollte den Werkstattcharakter des Gebäudes durch die Betonfassade hervorheben. Sie besteht aus fugenlosen Schichten, die ineinander betoniert wurden. Während der Bauphase wurde pro Tag ca. ein Meter Schicht in die Schalung eingebracht. So entstand die zufällige Schattierung der Wandfläche. Im Anschluss bearbeitete man 90 Prozent der Außenwände so, dass die Oberfläche felsartig erscheint.  

Der Eingang am Bernd-Eichinger-Platz lässt mit seinen großen Fenstern viel Licht ins Foyer. Es wirkt wie eine kleine, überdachte Piazza, die auch für Veranstaltungen genutzt wird. Von dort gelangen Sie in die Kinos, Seminarräume, die Bibliothek und die Cafeteria. Brücken und Rampen mit überlagernden Geländern verbinden die Stockwerke und Räume. 

Tipp: Im Innenhof, auf der Rückseite der HFF, gibt es immer wieder spannende Veranstaltungen, im Sommer beispielsweise Open-Air-Kino-Abende. 

Foto: ©Marianne Franke

05 Hochschule für Musik und Theater und Haus der Kulturinstitute

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Vor sich sehen Sie das Gebäude Arcisstraße 12

Das heutige Haupthaus der Hochschule für Musik und Theater München ist ein wichtiges Zeugnis der Geschichte von München. Die politische Partei NSDAP baute hier ab Herbst 1933 den so genannten „Führerbau“. Ein Gebäude, das wichtig aussehen sollte. Es wurde 1937 anlässlich eines Besuchs des italienischen Diktators Mussolini als Zentrale für die Partei eingeweiht. Im September 1938 unterzeichneten hier Hitler, Mussolini, der englische Politiker Chamberlain und der Franzose Daladier das sogenannte Münchner Abkommen. In diesem stand, dass der Einmarsch des deutschen Militärs in das Sudetenland im Oktober 1938 in Ordnung ist.

In den 1920er Jahren hatte der Architekt Paul Ludwig Troost das Innere von teuren Schiffen entworfen. Daraus entwickelte sich sein so genannter „Dampferstil“, der Hitler sehr gefiel. Als Konzertbesucher oder Konzertbesucherin können Sie diesen noch heute erkennen: Die Eingangshalle, der Südliche Lichthof, erinnert mit den breiten Treppen an das Innere eines Schiffs.

Paul Ludwig Troost wollte mit dem Gebäude den Eindruck von Einfachheit und Ewigkeit erwecken. Er sprach damals von „germanischer Tektonik“. Der „Führerbau“ war innen sehr modern: mit Fußboden-Heizung, Aufzügen, Lautsprecher-Anlagen und einem Luftschutz-Keller. Troost starb 1934 während der Bauarbeiten. Seine Frau Gerdy und sein Bürochef Leonhard Gall stellten das Gebäude fertig.

Auf der anderen Seite der Kreuzung sehen Sie als Entsprechung zum „Führerbau“, einen Verwaltungsbau der Nationalsozialisten mit ähnlicher Grundfläche und gleicher Fassade. Die beiden Gebäude sollten den Königsplatz abschließen.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs nutzte die amerikanische Militär-Regierung beide Gebäude als „Central Art Collecting Points“.  Hier wurden Kunstwerke gesammelt, die von Politikern der nationalsozialistischen Zeit wie Hermann Göring gestohlen worden waren. Diese so genannte „Beutekunst“ wurde dann an ihre Eigentümer zurückgegeben.

1954 baute man den früheren Besprechungssaal des Führerbaus zum Konzertsaal um. Die Musikhochschule ist seit 1957 hier untergebracht – mit großem und kleinem Konzertsaal, einem Orgelsaal und zahlreichen Räumen, in denen unterrichtet und geübt wird. Es studieren hier über 1.300 Personen. Im früheren Verwaltungsbau gegenüber finden Sie heute das Abgussmuseum, das Zentralinstitut für Kunstgeschichte,  die Staatliche Graphische Sammlung und zwei Institute der Münchner Universität.

Rechts neben der Hochschule für Musik und Theater München sehen Sie die Ruine eines ehemaligen „Ehrentempels“ der Nationalsozialisten. Auf der anderen Straßenseite gab es einen zweiten. Die so genannten „Ehrentempel“ enthielten die Gräber von 16 Männern, die beim Hitler-Putsch im Jahr 1923 getötet und als Märtyrer bezeichneten wurden. Die Gebäude gab es ab 1935. Nach dem Zweiten Weltkrieg sprengte die amerikanische Armee 1947 beide Bauten. Die heutige Bepflanzung entstand rund zehn Jahre später.

Tipp: In den Konzertsälen können Sie regelmäßig kostenlos Konzerte von jungen Musikern und Musikerinnen besuchen, die hier studieren.

05 Hochschule für Musik und Theater und Haus der Kulturinstitute

Der heutige Hauptsitz der Hochschule für Musik und Theater München ist ein wichtiges Geschichtszeugnis der Stadt. Die NSDAP baute hier ab Herbst 1933 einen Repräsentationsbau, den so genannten „Führerbau“. 1937 wurde er anlässlich eines Mussolini-Besuchs als Parteizentrale eingeweiht. Im September 1938 unterzeichneten hier Hitler, Mussolini, Chamberlain und Daladier das Münchner Abkommen, das den Einmarsch der deutschen Wehrmacht in das Sudetenland im Oktober 1938 legitimierte.

In den 1920er Jahren hatte Architekt Paul Ludwig Troost das Interieur von Luxusdampfern entworfen. Daraus entwickelte sich sein so genannter „Dampferstil“, den Hitler sehr bewunderte. Als Konzertbesucher*in können Sie noch heute einen Eindruck davon bekommen: Die Eingangshalle, der so genannte Südliche Lichthof, erinnert mit den breiten Treppen an Schiffstreppen.

Paul Ludwig Troost wollte mit dem neoklassizistischen Gebäude Bodenständigkeit und Ewigkeit suggerieren. Er sprach damals von „germanischer Tektonik“. Der „Führerbau“ war hochmodern ausgestattet: mit Fußbodenheizung, Aufzügen, Lautsprecheranlagen für Propaganda und einem Luftschutzkeller. Troost starb 1934 während der Bauphase. Seine Witwe Gerdy und sein Bürochef Leonhard Gall stellten den „Führerbau“ fertig.

Auf der anderen Seite der Kreuzung sehen Sie das Pendant zum „Führerbau“, einen Verwaltungsbau mit ähnlichem Grundriss und gleicher Fassade. Die beiden Gebäude sollten den Königsplatz städtebaulich abschließen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nutzte die US-Militärregierung beide Bauten als „Central Art Collecting Points“.  Sie waren Sammelstelle für Beutekunst, wie zum Beispiel der Kunstsammlung des NS-Politikers Hermann Göring. Von hier aus wurden zahlreiche gestohlene Werke identifiziert und an ihre Eigentümer zurückgegeben.

1954 baute man den früheren Kongresssaal des Führerbaus zum Konzertsaal um. Die Musikhochschule ist seit 1957 hier untergebracht – mit großem und kleinem Konzertsaal, einem Orgelsaal und zahlreichen Unterrichts- und Überäumen für viele der über 1.300 Studierenden. Im früheren NS-Verwaltungsbau gegenüber finden Sie heute das Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke, das Zentralinstitut für Kunstgeschichte und die Staatliche Graphische Sammlung München.

Rechts neben der Hochschule für Musik und Theater München sehen Sie die Ruine eines ehemaligen, so genannten „Ehrentempels“ der Nationalsozialisten. Auf der anderen Straßenseite gab es einen zweiten. Die so genannten „Ehrentempel“ mit Gräbern von 16 als Märtyrer bezeichneten, beim Hitlerputsch im Jahr 1923 Getöteten wurden 1935 eingeweiht. Nach dem Zweiten Weltkrieg sprengte die US-Armee 1947 beide Bauten. Die heutige Bepflanzung entstand rund zehn Jahre später.

Tipp: In den Konzertsälen können Sie regelmäßig kostenlos Konzerte von jungen Musiker*innen besuchen, die hier studieren.

06 Lenbachhaus München

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Herzlich willkommen am Lenbachhaus

Der erfolgreiche Maler Franz von Lenbach ließ sich zwischen 1887 und 1890 direkt neben dem Königsplatz große Räume zum Malen und eine Villa in italienischem Stil bauen. Das Haus war eines der modernsten in München, überall gab es Strom und es wurde mit Dampf beheizt. Die Pläne der Gebäude kamen von dem bekannten Architekt Gabriel von Seidl.

Der Garten-Architekt Max Kolb ergänzte im Innenhof einen regelmäßig angelegten Garten. Er legte ein Wasserbecken an und setze einen Springbrunnen mit drei Schalen in die Mitte. Dieser stammt vermutlich aus der italienischen Stadt Vicenza und entstand im 16. oder 17. Jahrhundert. Zwischen den Rasenflächen und Gehwegen schmückte Max Kolb den Garten mit weiteren Brunnen, Vasen und Statuen.

Nach dem Tod Lenbachs kaufte die Stadt München 1924 das Haus und der Architekt Hans Grässel fügte einen dritten Gebäude-Teil hinzu. Fünf Jahre später eröffnete die Städtische Galerie im Lenbachhaus.

So wie Sie das Lenbachhaus heute sehen, entstand es zwischen 2009 und 2013. Bei der Sanierung nach Plänen der Architekten Foster + Partners wurde der Garten wieder hergestellt und ein Neubau an der Brienner Straße gebaut. Die strahlende goldene Außenwand aus gelbem Metall und messingfarbenen Rohren ist farblich auf die gelben Altbauten angepasst.

Auf der Rückseite bekam die Villa ein zweites Stockwerk und wurde mit flachen Blechen ummantelt. Wenn Sie links ums Haus gehen und in die Richard-Wagner-Straße biegen, sehen Sie die verschiedenen Fassaden-Elemente gleichzeitig: die Bronze-Rohre, die Flachbleche des Anbaus, die alten Mauern und die großen Fenster des Erdgeschosses.

Der Schriftzug „LENBACHHAUS“ über dem Eingang ist ein Kunstwerk von Thomas Demand. Durch seine blaue Farbe ist es vor der goldenen Wand sofort zu erkennen. Bei genauem Hinsehen erkennt man, dass bei den Buchstaben zwei unterschiedliche Formen übereinanderliegen – eine komplizierter wirkende, altmodische Form und darüber eine klare moderne Schrift. Diese leuchtet nachts in weißer Farbe.

Auf der gegenüberliegenden Seite der Brienner Straße liegt der Kunstbau. Eine unterirdische Halle über den Gleisen des U-Bahnhofes Königsplatz wurde 1994 für Sonder-Ausstellungen umgebaut. Der Architekt Uwe Kiessler hat diese Halle durch 18 eingesetzte Säulen in zwei lange Räume getrennt. An der Decke ließ er Licht-Schienen anbringen.

Tipp: Fahren Sie mit der Rolltreppe zur U-Bahn runter, um durch ein großes Fenster einen Blick in den Kunstbau zu werfen.

06 Lenbachhaus München

Der erfolgreiche Maler Franz von Lenbach ließ sich zwischen 1887 und 1890 direkt neben dem Königsplatz ein repräsentatives Atelier und eine Villa im toskanischen Stil bauen. Das Haus war eines der modernsten in München, komplett elektrifiziert und mit Dampf beheizt. Die Gebäudepläne gestaltete der Stararchitekt Gabriel von Seidl.

Gartenarchitekt Max Kolb ergänzte im Innenhof einen geometrischen Garten. Er legte ein Brunnenparterre mit Wasserbecken an. Und platzierte darin einen dreischaligen Brunnen, der vermutlich aus dem italienischen Vicenza des 16. oder 17. Jahrhunderts stammt. Zwischen den Rasenflächen und Gehwegen schmückte Max Kolb den Garten mit weiteren Brunnen, Vasen und Plastiken.

Nach dem Tod Lenbachs kaufte die Stadt München 1924 das Anwesen und Architekt Hans Grässel fügte einen dritten Flügel hinzu. Fünf Jahre später eröffnete die Städtische Galerie im Lenbachhaus.

So wie Sie das Lenbachhaus heute sehen, entstand es zwischen 2009 und 2013. Bei der Generalsanierung nach Plänen von Foster + Partners wurde der Garten wiederhergestellt und ein Neubau an der Brienner Straße errichtet. Die strahlend-goldene Fassade aus Gelbmetall und messingfarbenen Bronzerohren referenziert farblich auf die gelben Altbauten.

Auf der Rückseite wurde die Villa durch ein zweites Stockwerk ergänzt und mit flachen Blechen ummantelt. Wenn Sie links ums Haus einen kurzen Abstecher in die Richard-Wagner-Straße machen, sehen Sie die verschiedenen Fassadenelemente gleichzeitig: die Bronzerohre, die Flachbleche des Anbaus, die ursprünglichen Mauern und die großen Fenster des Erdgeschosses.

Farblich deutlich von der goldenen Wandverkleidung abgesetzt ist die blaue Schriftskulptur „LENBACHHAUS“ von Thomas Demand. Das Besondere: Die dreidimensionalen Buchstaben bestehen aus zwei Schriften gleichzeitig. Eine Antiquaschrift mit Serifen, angelehnt an die Typografie aus der Gründungszeit, und die aktuelle schnörkellose Groteskschrift.

Auf der gegenüberliegenden Seite der Brienner Straße liegt der Kunstbau. Ein unterirdischer Raum über den Gleisen des U-Bahnhofes Königsplatz, 1994 für Sonderausstellungen umgebaut. Die Halle hat Architekt Uwe Kiessler durch 18 eingesetzte Säulen in zwei Schiffe getrennt. An der Decke ergänzte er ein offenes Schienensystem für komplexe Lichtinstallationen.

Tipp: Fahren Sie mit der Rolltreppe zur U-Bahn runter, um durch das große Hallenfenster einen Blick in den Kunstbau zu werfen.

Foto: © Dominik Parzinger

07 Museum Brandhorst

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Sie sind jetzt am Museum Brandhorst

Das Museum Brandhorst ist das erste Gebäude des Kunstareals im Nordosten. Dieser Eingang ist gleichzeitig der Ausgang zum lebendigen Universitätsviertel nebenan. Übrigens: Die Berliner Architekten Sauerbruch Hutton haben für das Außenwände des Gebäudes etwas Einmaliges entworfen. Die bunte Fassade besteht aus 36.000 Keramik-Stäben.

23 unterschiedliche Farben lassen das Gebäude wie ein Gemälde wirken. Wenn Sie nah ran gehen, sehen Sie jede Farbe einzeln. Von der Seite wirken die Stäbe wie eine farbige Fläche.

Die Keramikstäbe wurden auch nach der Helligkeit der Farben angeordnet. Das Erdgeschoss ist von weiter weg dunkler als die anderen Teile des Gebäudes. So denkt man zuerst, das Haus bestehe aus drei Teilen. In Wahrheit sind es nur zwei: der breite, dreistöckige Bau im Norden und dahinter der rechteckige längere Bau mit zwei Stockwerken.

Den 350 Quadratmeter großen Raum über dem Eingangsbereich entwarfen die Architekten extra für ein Hauptwerk des Künstlers Cy Twombly. Sein “Lepanto-Zyklus” zeigt die See-Schlacht bei Lepanto und wurde für die Kunstausstellung Biennale in Venedig 2001 gemalt. Doch anders als Sie von außen vielleicht vermuten, ist der Raum innen nicht rechteckig, sondern rund in den Ecken. So hängen die zwölf großen Leinwände wie ein Panorama, damit man sie im Ganzen sehen kann.

Das Erdgeschoss wird von den oberen Stockwerken durch ein Fensterband getrennt. Nicht nur, weil das besonders aussieht. Das Tageslicht fällt zwar hauptsächlich von den Dachfenstern auf die Ausstellung. Aber auch die seitlichen Fenster sorgen durch eine spezielle Technik für weiches Licht. An der Westseite des Museums sehen Sie oberhalb des Fensterbandes die sogenannten Tageslichtumlenker. Sie führen das Tageslicht mit eingebauten Prismen rechtwinklig ins Gebäude.

Auch vorhandene Geräusche spielten eine wichtige Rolle beim Entwurf. Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass es an dieser belebten Ecke Türkenstraße/Theresienstraße ruhiger ist als an anderen ähnlichen Straßenkreuzungen. Das Geheimnis dieses Effekts steckt hinter den farbigen Stäben: eine quer gefaltete, zweifarbige Blechhaut mit feinen Löchern. Dadurch wird der Verkehrslärm geschluckt, was auch im Museum für mehr Ruhe sorgt.

Tipp: Noch mehr Architektur aus den letzten 20 Jahren entdecken Sie an der Akademie der Bildenden Künste. Der Ableger des Kunstareals liegt zu Fuß nur zehn Minuten nördlich vom Museum Brandhorst entfernt. Neben dem älteren Gebäudeteil aus dem 19. Jahrhundert entstand 2005 ein moderner Erweiterungsbau der Architekten Coop Himmelb(l)au mit ineinander verschränkten Gebäudeteilen aus Stahlbeton.

07 Museum Brandhorst

Das Museum Brandhorst bildet den nordöstlichsten Abschluss des Kunstareals. Betrachten Sie den Eingang auch gleichzeitig als Ausgang zum lebendigen Universitätsviertel. Apropos betrachten: Die Berliner Architekten Sauerbruch Hutton haben für die Außenhaut des Museumsgebäudes etwas Einmaliges entworfen. Die vielfarbige Fassade besteht aus 36.000 Keramikstäben.

23 Farbtöne lassen das Gebäude wie ein abstraktes Gemälde wirken. Wenn Sie nah ran gehen, sehen Sie jede Farbe einzeln. Seitlich betrachtet wirken die Stäbe wie eine farbige Fläche.

Die Keramikstäbe wurden auch nach Helligkeit angeordnet. Das Erdgeschoss ist von weiter weg dunkler als die anderen Gebäudeteile. So entsteht der Eindruck, das Haus bestehe aus drei Einheiten. In Wahrheit sind es nur zwei Teile: der breite, dreistöckige Kopfbau im Norden und dahinter der rechteckige Langbau mit zwei Stockwerken.

Den 350 Quadratmeter großen Raum über dem Foyer entwarfen die Architekten speziell für ein Hauptwerk Cy Twomblys. Sein “Lepanto-Zyklus” stellt die Schlacht bei Lepanto dar und wurde für die Biennale in Venedig 2001 geschaffen. Doch anders als Sie von außen vielleicht vermuten, ist der Raum innen nicht rechtwinklig, sondern im Halbkreis abgerundet. So hängen die zwölf großformatigen Leinwände wie ein Panorama, damit man sie im Ganzen erfassen kann.

Das Erdgeschoss wird von den oberen Stockwerken optisch durch ein Fensterband getrennt. Nicht nur aus gestalterischen Gründen. Das Tageslicht fällt zwar hauptsächlich von den Dachfenstern auf die Ausstellung. Doch auch die seitlichen Fenster sorgen dank einer speziellen Technik für weiches Licht. An der Westseite des Museums sehen Sie oberhalb des Fensterbandes die sogenannten Tageslichtumlenker. Sie streuen das Tageslicht mit eingebauten Prismen im 90-Grad-Winkel ins Gebäude.

Auch die Akustik spielte eine wichtige Rolle beim Entwurf. Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass es an dieser belebten Ecke – Türkenstraße/Theresienstraße – ruhiger ist als an vergleichbaren Straßenkreuzungen. Das Geheimnis dieses Effekts steckt hinter den Farbstäben: eine horizontal gefaltete, zweifarbige Blechhaut. Durch die Falttechnik und die sehr feine Perforation wird der Verkehrslärm absorbiert, was auch im Museum für mehr Ruhe sorgt.

Tipp: Noch mehr zeitgenössische Architektur entdecken Sie an der Akademie der Bildenden Künste. Der Kunstareal-Satellit liegt nur zehn Gehminuten nördlich vom Museum Brandhorst entfernt. Neben dem älteren Gebäudeteil aus dem 19. Jahrhundert entstand 2005 ein moderner Erweiterungsbau der Architekten Coop Himmelb(l)au mit ineinander verschränkten Baukörpern aus Stahlbeton.

Foto: © Werner Böhm

08 NS-Dokumentationszentrum

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Hier am Max-Mannheimer-Platz 1 befindet sich das NS-Dokumentationszentrum

Das NS-Dokumentationszentrum steht auf dem Gelände der ehemaligen Parteizentrale der NSDAP, der nationalsozialistischen Partei Deutschlands.  Bis 1945 war dort im sogenannten „Braunen Haus“ die gesamte Leitung des Deutschen Reiches untergebracht. Früher hieß das Gebäude Palais Barlow. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Ruine abgerissen und das Grundstück blieb bis 2012 unbebaut.

Bei einem Wettbewerb für das NS-Dokumentationszentrum gewann der Entwurf der Architekten Georg, Scheel und Wetzel. Der oberirdische Raum ist ungefähr so groß wie das frühere Palais. Der Würfel mit 22,5 Metern Kantenlänge aus feinem, weißen Sichtbeton unterscheidet sich deutlich von seiner Umgebung. Er stellt sich nicht in die Reihe der Führerbauten an der Arcisstraße, ist aber höher. So zeigt der Würfel den Ort der Täter ohne Bezug zum „Braunen Haus“. Durch die teilweise mehrstöckigen Fenster mit engen Streben, sogenannte „Lamellenfenster“, sehen die Besucher und Besucherinnen trotzdem die Überreste der nationalsozialistischen Zeit in der Nähe. Sie werden dadurch Teil der Ausstellung.

Die vier Ebenen der Ausstellung sind in jeweils zwei Räume in Form des Buchstabens L unterteilt. Hohe Räume über zwei Stockwerke verbinden diese Ebenen. Die können Sie von außen an den Glasfenstern erkennen, die an den Ecken angebracht sind. Unter dem Würfel und dem Vorplatz liegen zwei unterirdische Geschosse. Darin sind ein Lesesaal und ein Hörsaal für 200 Menschen untergebracht.

Der Platz mit der viereckigen Terrasse aus rauen Beton-Platten ist nach Max Mannheimer benannt. Er war ein Überlebender des Holocaust und starb 2016. Der Platz wurde ihm 2018 für sein einzigartiges Tätigsein für die Gesellschaft gewidmet.

Zur Straße hin sehen Sie das Medien-Kunstwerk „Brienner 45“ der Brüder Benjamin und Emanuel Heisenberg. Große Bildschirme sind wie Reste von Mauern zum Teil im Boden versenkt. Auf ihnen laufen Zusammenschnitte von Filmen aus Dokumenten der nationalsozialistischen Zeit und historischen sowie zeitgenössischen Bildern.

08 NS-Dokumentationszentrum

Das NS-Dokumentationszentrum steht auf dem Gelände der ehemaligen Parteizentrale der NSDAP, dem sogenannten „Braunen Haus“. Bis 1945 war dort die gesamte Reichsleitung im klassizistischen Palais Barlow von 1828 untergebracht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Ruine abgerissen und das Grundstück blieb bis 2012 unbebaut.

Bei einem Wettbewerb für das NS-Dokumentationszentrum gewann der Entwurf der Architekten Georg, Scheel und Wetzel. Der oberirdische Bauraum entspricht in etwa den Abmessungen des früheren Adelspalais. Der Kubus mit 22,5 Metern Kantenlänge aus feinem, weißen Sichtbeton steht in starkem Kontrast zu seiner Umgebung. Er stellt sich nicht in die Reihe der so genannten Führerbauten, aber überragt sie in der Höhe. So markiert der Würfel den Ort der Täter ohne Bezug zum „Braunen Haus“. Durch die teilweise mehrstöckigen Lamellenfenster sehen die Besucher*innen trotzdem die umliegenden Relikte der NS-Zeit. Diese werden dadurch Teil der Dokumentation.

Die vier Ausstellungsebenen sind in jeweils zwei L-förmige Räume unterteilt. Zweigeschossige Lufträume verknüpfen die Ebenen, was Sie von außen an den Über-Eck-Verglasungen erkennen können. Unter dem Würfel und dem Vorplatz liegen zwei Kellergeschosse, in denen ein Lesesaal und ein Hörsaal für 200 Menschen untergebracht sind.

Der Platz mit der quadratischen Terrasse aus rauen Betonplatten ist nach dem 2016 verstorbenen Holocaust-Überlebenden Max Mannheimer benannt. Er wurde ihm 2018 für sein einzigartiges gesellschaftliches Engagement gewidmet.

Zur Straße hin sehen Sie das Medienkunstwerk „Brienner 45“ der Brüder Benjamin und Emanuel Heisenberg. Auf den wie Mauerreste versenkten Bildschirmen laufen Filmkollagen aus Schlüsseldokumenten der NS-Zeit und historischen sowie zeitgenössischen Bildern.

Foto: © Orla Connolly

09 Pavillon333

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Sie sehen hier den Pavillon 333

Der Pavillon 333 ist ein ganz besonderes Projekt im Kunstareal. Denn er wurde 2020 von Studierenden der Architektur der Technischen Universität München gebaut. Sein Name kommt von den letzten drei Zahlen der Postleitzahl in diesem Viertel. Die Professoren Hermann Kaufmann und Florian Nagler sowie deren Mitarbeiter betreuten das Projekt. Besucher und Besucherinnen des Kunstareals konnten über mehrere Monate erleben, was hinter der sogenannten DesignBuild-Methode steckt.

Architekturschulen vermitteln damit Studierenden weltweit, wie sie Projekte entwerfen und dann genau so umsetzen. Dabei entstehen an manchen Orten sogar Theater, Schulen und Krankenhäuser. Die Bauweise kostet weniger als andere. Der Pavillon 333 ist ein vorübergehender Bau, er kann abgebaut und an anderer Stelle wieder aufgebaut werden.

Das Flachdach wird von vier Hauptstützen getragen, die Sie innen im Pavillon sehen können. Bei der Holzkonstruktion des Pavillons wurde von Anfang an daran gedacht, dass der Pavillon nicht für die Ewigkeit hier steht. Deshalb ist alles so geplant, dass es mehrfach verwendet werden kann. Auch die Platten aus Kunststoff an den Seiten und die vier hohen Glasfenster können wiederverwendet werden. Zwei davon sind mit Lamellenfenstern kombiniert, die anderen beiden sind gegenüberliegende Eingänge.

Bei Veranstaltungen können hier 140 Quadratmeter genutzt werden. Um den 12,5 mal 12,5 Meter großen und sechs Meter hohen Würfel läuft eine Holzflächen, die den Pavillon nach außen erweitert. Diese ist bündig mit der vorderen Kante des Daches. Der graue Vorhang verbindet das Dach und die außen liegende Holzfläche und kann als Sonnen- und Blickschutz genutzt werden.

09 Pavillon333

Der Pavillon 333 ist ein ganz besonderes Projekt im Kunstareal. Denn er wurde 2020 von Architekturstudierenden der Technischen Universität München gebaut. Benannt ist er nach den letzten drei Ziffern der hiesigen Postleitzahl 80333. Die Professoren Hermann Kaufmann und Florian Nagler sowie deren Mitarbeiter*innen betreuten das Projekt. Besucher*innen des Kunstareals konnten über mehrere Monate erleben, was hinter der sogenannten DesignBuild-Methode steckt.

Architekturschulen vermitteln mit DesignBuild Studierenden weltweit, wie sie Projekte entwerfen und 1:1 umsetzen. Dabei entstehen an manchen Orten sogar Theater, Schulen und Krankenhäuser. Die Bauweise ist sehr kostengünstig. Der Pavillon 333 ist ein temporärer Bau, er kann zurückgebaut und an anderer Stelle wieder aufgebaut werden.
Das Flachdach wird von vier Hauptstützen getragen, die Sie innen im Pavillon sehen können. Bei der Holzkonstruktion des Pavillons wurde die temporäre Nutzung von Anfang an mitgedacht. Deshalb ist alles so konzipiert, dass es mehrfach verwendet werden kann. Auch die Polycarbonat-Paneele an den Seiten und die vier deckenhohen Glasfelder sind wiederverwendbar. Zwei davon sind mit Lamellenfenstern kombiniert, die anderen beiden sind gegenüberliegende Eingänge.

Die Nutzfläche für das hier stattfindende Vermittlungsprogramm beträgt 140 Quadratmeter. Um den 12,5 mal 12,5 Meter großen und sechs Meter hohen Kubus läuft eine Veranda, die den Pavillon in den öffentlichen Raum erweitert. Die Veranda ist bündig mit der Vorderkante des Daches. Der graue Vorhang verbindet Dach und Veranda und dient als Sonnen- und Blickschutz.

Foto: © Matthias Kestel

10 Pinakothek der Moderne

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Vier Museen unter einem Dach - das ist die Pinakothek der Moderne

Die 13.000 Quadratmeter große Pinakothek der Moderne ist nicht nur wegen ihrer Architektur von großer Bedeutung für das Kunstareal, sondern auch mit Blick auf die Stadtplanung. Sie verbindet die unregelmäßigen verteilten Straßen der Altstadt mit dem rechtwinkligen Muster der Maxvorstadt. Heute ist sie das Tor zum Kunstareal. Gleichzeitig sollte sie aber nicht die einmalige Stellung der Alten Pinakothek gefährden.

Das Gebäude ist von zwei Seiten begehbar: von der großen Halle gegenüber der Alten Pinakothek und vom Wintergarten Richtung Gabelsbergerstraße. Das Besondere: Beide Eingänge sind gekennzeichnet durch eine schräge Wand, die zu einem kleinen Spaziergang quer durch das gesamte Erdgeschoss einlädt. Rechts neben dem Eingang sehen Sie, wie die Wand bereits außerhalb des Gebäudes beginnt.

Ein Tipp: In dieser Eingangshalle werden oft besonders große und außergewöhnliche Kunstwerke ausgestellt. Auch ohne Eintrittskarte können Sie diese bei einem Spaziergang durch das Erdgeschoss bewundern.

Die im Jahr 2002 eröffnete Pinakothek der Moderne ist ein Bau aus sichtbarem Beton, Glas und Stahl des Architekten Stephan Braunfels. Der Mittelpunkt des viereckigen Gebäudes ist ein beeindruckender runder Gebäudeteil, die sogenannte Rotunde, mit einer 25 Meter hohen Kuppel aus Glas. Sie wirkt wie das Dach eines italienischen Dorfplatzes, die zum Spazieren einlädt. Ursprünglich sollte das Gebäude durch einen Anbau in L-Form vervollständigt werden. Dort sollten zum Beispiel weitere Räume für die Graphische Sammlung entstehen. Leider konnte dieser Plan aus Geldmangel bislang nicht verwirklicht werden.

Die Räume der Neuen Sammlung, dem Design-Museum, das Architekturmuseum der Technischen Universität, die Staatliche Graphische Sammlung und die Sammlung Moderne Kunst der Bayerischen Staatsgemäldesammlung – sie alle sind durch eine große Treppe verbunden. Die Idee hierzu entstand erst ziemlich spät. Zuerst war ein zentraler Zugang in der Rotunde vorgesehen. Stattdessen plante Braunfels dann die viel aufregendere Treppe. Sie führt die Besucher und Besucherinnen wie in einem Trichter nach oben und unten und ist selbst ein Erlebnis. Laut Architekt Braunfels ist die 100 Meter lange und 12 Meter hohe Treppe selbst „eine außerordentliche Innenraumskulptur“.

Auf der Wiese vor dem Haupteingang sehen Sie das FUTURO-Haus der Neuen Sammlung. Es wurde vom finnischen Architekten Matti Suuronen im Jahr 1965 als Skihütte entworfen. Das FUTURO ist eines der ersten Häuser aus Kunststoff, die mehrfach hergestellt wurden. Es wurde zu einem viel bewunderten Hauptwerk des Designs des sogenannten Space-Age der 1960er Jahre. Sie können hier klar die Zuversicht dieser Zeit erkennen, den Weltraum zu erobern. Insbesondere in den 60er Jahren experimentierten Designer mit neuen Materialien, um ihre Vorstellungen für die Zukunft zu verwirklichen. 

Das FUTURO ist aus mehreren Teilen zusammengebaut, die aus Fiberglas und Hartschaum bestehen. Es hat acht Meter Durchmesser und ist sechs Meter hoch. Beim Zusammenbau werden die 16 abgerundeten Teile miteinander verschraubt und 16 doppelwandige Fenster aus Plexiglas mit Gummi-Dichtungen in die Fensteröffnungen eingepasst. Mit dem stabilen Gestell aus Stahlrohr kann es auf bewachsenem Gelände aufgestellt werden und sogar Erdbeben und Stürme aushalten.

In der 25 Quadratmeter großen Wohnung sind außer einer Bank am Rand absichtlich keine Möbel aufgestellt. Wenn man die Tür herunterklappt, wird sie zur Treppe, wie bei einem kleinen Flugzeug. Oder bei einem Ufo.

10 Pinakothek der Moderne

Vier Museen unter einem Dach - das ist die Pinakothek der Moderne

Die 13.000 Quadratmeter große Pinakothek der Moderne spielt nicht nur architektonisch, sondern auch stadtplanerisch eine Schlüsselrolle im Kunstareal. Sie ist das Bindeglied zwischen den unregelmäßigen Strukturen der Altstadt und dem rechtwinkligen Raster der Maxvorstadt. Bereits in der Entwurfsphase wurde die Funktion des Gebäudes als Tor zum Kunstareal herausgearbeitet. Gleichzeitig sollte es nicht mit der Dominanz der Alten Pinakothek konkurrieren.

Das Gebäude ist von zwei Seiten begehbar: von der großzügigen Halle im Nordwesten und von der Wintergarten-Loggia im Südosten. Das Besondere: Beide Eingänge sind gekennzeichnet durch eine schräge Wand, die eine Diagonale durch das gesamte Erdgeschoß andeutet. Rechts neben dem Eingang sehen Sie, wie die Wand bereits außerhalb des Gebäudes beginnt.

Die im Jahr 2002 eröffnete Pinakothek der Moderne ist eine zweischalige Konstruktion aus Sichtbeton, Glas und Stahl des Architekten Stephan Braunfels. Der Kern aus massivem Ortbeton hat eine dünne Außenschale aus großflächigen, fugenlos betonierten Fassadenelementen.

Den Mittelpunkt des rechteckigen Baus bildet die beeindruckende Rotunde mit einer 25 Meter hohen Glaskuppel. Sie wirkt wie das Dach einer Piazza, die zum Flanieren einlädt.

Die Neue Sammlung – The Design Museum, das Architekturmuseum der TUM, die Staatliche Graphische Sammlung München und die Sammlung Moderne Kunst der Bayerischen Staatsgemäldesammlung – sie alle sind durch eine große Treppe verbunden. Die Idee hierzu entstand erst nach dem Wettbewerb. Zuvor war eine zentrale Erschließung in der Rotunde geplant, die Braunfels dann zugunsten der dramatischeren Durchwegung aufgab. Die Treppe führt die Besucher*innen trichterförmig nach oben und unten. Laut Architekt Braunfels ist die 100 Meter lange und 12 Meter hohe Treppe selbst „eine außerordentliche Innenraumskulptur“.

Foto: © Haydar Koyupinar

11 Türkentor

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Hier, direkt an der Türkenstraße, steht das Türkentor

Zwischen der Pinakothek der Moderne und dem Museum Brandhorst steht das Türkentor. Es ist eine Art Eingang zu diesem Teil des Kunstareals. Es gilt als kleinstes Museum in München. Darin ist nur ein Werk zu sehen.

Das Türkentor ist der einzig erhaltene Teil der Prinz-Arnulf-Kaserne.  König Max I. Joseph ließ sie hier bis 1826 erbauen. Die Menschen nannten sie Türkenkaserne, weil sie am Türkengraben, einem offenen Kanal, lag. Sie wurde bis zur teilweisen Zerstörung am Ende des Zweiten Weltkrieges zuerst militärisch genutzt.  Ab 1920 von der Landespolizei und unter den Nationalsozialisten dann wieder vom Militär. Nach dem Krieg wurde sie zwischenzeitlich für Wohnungen und Geschäfte verwendet. In den 1960er Jahren wurde fast die ganze Kaserne abgerissen. Stehen blieb nur das Türkentor, welches der frühere Haupteingang im Osten der Anlage war.

Das Berliner Architekturbüro Sauerbruch Hutton gestaltete das Türkentor zwischen 2008 und 2010 neu. In dem Gebäude mit Backstein sehen Sie seitdem die Skulptur Large Red Sphere des amerikanischen Künstlers Walter De Maria. Die 2,60 Meter große Kugel aus rotem Granit wiegt 25 Tonnen. Sie liegt auf einem dreistufigen Podest, um das vier Säulen stehen. Darauf sehen Sie eine Konstruktion aus Balken mit rostigen Nägeln. Sie besteht aus Resten der ehemaligen Zwischendecke.

11 Türkentor

Zwischen der Pinakothek der Moderne und dem Museum Brandhorst steht das Türkentor als gefühlter Eingang zu diesem Teil des Kunstareals. Es gilt als kleinster Museumsbau Münchens und beherbergt nur ein einziges Werk.

Das Türkentor ist der einzig übrige Teil der Prinz-Arnulf-Kaserne, die König Max I. Joseph bis 1826 hier erbauen ließ. Im Volksmund nannte man sie Türkenkaserne, weil sie am Türkengraben lag. Sie wurde bis zur teilweisen Zerstörung Ende des zweiten Weltkrieges zuerst militärisch, ab 1920 von der Landespolizei und unter den Nationalsozialisten dann wieder vom Militär genutzt. Nach einer Zwischennutzung als Wohn- und Gewerberaum wurde in den 1960er Jahren fast alles abgerissen – bis auf die klassizistische Straßenfassade des Türkentors, welches der frühere Haupteingang im Osten der Anlage war.

Das Berliner Architekturbüro Sauerbruch Hutton gestaltete das Türkentor zwischen 2008 und 2010 neu. In dem Gebäude mit Wasserstrich-Backstein sehen Sie seitdem die Skulptur Large Red Sphere des amerikanischen Künstlers Walter De Maria. Die 2,60 Meter große Kugel aus rotem Granit wiegt 25 Tonnen. Sie ruht auf einem dreistufigen Podest und wird von vier Säulen umstellt. Darauf sehen Sie eine Balkenkonstruktion mit rostigen Nägeln, die aus Resten der ehemaligen Zwischendecke besteht.

Foto: © Haydar Koyupinar

12 Maxvorstadt / Stadtplanung

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Hier erfahren Sie mehr über die Entwicklung der Maxvorstadt

Das 64 Hektar umfassende Kunstareal liegt mitten in der Maxvorstadt. Es besteht aus einer 500 mal 500 Meter großen Fläche, von der Kirche Sankt Bonifaz bis zur Neuen Pinakothek und vom Lenbachhaus bis zum Türkentor. Mit 18 Museen und Ausstellungshäusern, über 30 Galerien, sechs Hochschulen und vielen Kultur-Institutionen ist das Kunstareal einer der wichtigsten Standorte für Kultur und Wissenschaft in Europa.

Sie befinden sich hier an der Arcisstraße. Sie bildet mit den umliegenden Straßen wie Barer-, Theresien- oder Brienner Straße ein Schachbrettmuster. Diese klare Gliederung prägt das gesamte Areal. Die Maxvorstadt entstand Anfang des 19. Jahrhunderts als erste geplante Erweiterung der Stadt. Durch eine bestimmte Anordnung von Längs- und Querachsen sollte sie an die Altstadt angebunden werden. In den alleine stehenden Bauten sind öffentliche Einrichtungen untergebracht, die Wohngebäude wurden in Blöcken um einen offenen Hof errichtet. Beide zusammen bilden mit den freien Flächen eine ganz besondere Verbindung.

Die Brienner Straße am Königsplatz - südlich von hier - war die erste große Straßen-Anlage in München. Sie sollte die Residenz in der Stadtmitte mit dem Schloss Nymphenburg verbinden. Dort, damals weit außerhalb der Stadt gelegen, verbrachten die bayerischen Könige den Sommer.

Der Bau der Parteigebäude und die bauliche Umgestaltung des Königplatzes während der Zeit des Nationalsozialismus veränderte stark das Aussehen des Areals. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Königsplatz Ende der 1980er Jahre wieder so hergestellt, wie er früher war.

Auf der Fläche, auf der Sie nun sind, wurde 1836 die Alte Pinakothek innerhalb der neuen Maxvorstadt fertiggestellt. Gegenüber, auf der anderen Straßenseite, befindet sich die Zentrale der Technischen Universität München. Sie wurde als erste Polytechnische Schule 1868 für die Lehre der Architektur und des Städtebaus in München gegründet.

12 Maxvorstadt / Stadtplanung

Das 64 Hektar umfassende Kunstareal liegt mitten in der Maxvorstadt. Es verbindet den Königsplatz und die angrenzenden Gebäude mit den Flächen rund um die Pinakotheken. Mit 18 Museen und Ausstellungshäusern, über 30 Galerien, sechs Hochschulen und zahlreichen Kulturinstitutionen ist das Kunstareal einer der wichtigsten Kultur- und Wissenschaftsstandorte Europas.

Sie befinden sich hier an der Arcisstraße, die mit den umliegenden Straßen wie Barer-, Theresien- oder Brienner Straße ein Schachbrettmuster bildet. Diese einprägsame städtebauliche Struktur charakterisiert das gesamte Areal. Die Maxvorstadt entstand Anfang des 19. Jahrhunderts als erste planmäßige Stadterweiterung. Durch ein System von Längs- und Querachsen sollte sie an die Altstadt angebunden werden. Die Kombination aus Solitärbauten, in denen öffentliche Institutionen beheimatet sind, und Wohngebäuden in Blockrandbebauung sorgt zusammen mit den Freiflächen für ein einzigartiges städtebauliches Ensemble.

Die Brienner Straße am Königsplatz - südlich von hier - war die erste große Straßenanlage in München. Sie sollte eine klare Verbindung schaffen zwischen der Residenz und Schloss Nymphenburg, wo die bayerischen Könige ihre Sommer verbrachten.

Während des Nationalsozialismus wurde durch den Bau der Parteigebäude und die bauliche Umgestaltung des Königplatzes stark in den Charakter des Areals eingegriffen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Königsplatz im Sinne der ehemaligen Planungen wiederaufgebaut.

Auf der Fläche, auf der Sie nun sind, wurde 1836 die Alte Pinakothek innerhalb der neu angelegten Maxvorstadt fertiggestellt. Gegenüber, auf der anderen Straßenseite, befindet sich das Stammgebäude der Technischen Universität München, die als erste Polytechnische Schule 1868 für die Lehre der Architektur und des Städtebaus in München gegründet wurde.

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