Kulturelle Einrichtungen

Doerner

Institut

Für die Augen der Öffentlichkeit quasi unsichtbar, wirkt mitten im Kunstareal das Doerner Institut. Seit 1946 Teil der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, betreut diese Einrichtung die reichen Bestände der Pinakotheken in Bayern. 1937 als „Reichsinstitut für Maltechnik“ gegründet, war das Doerner Institut von Anbeginn der Erforschung künstlerischer Techniken und Materialien sowie der Entwicklung physikalisch-chemischer Methoden zur Untersuchung von Kunst- und Kulturgut verpflichtet. Bereits der Institutsgründer – der Maltechniker und Akademieprofessor Max Doerner – erkannte, dass die enge Verzahnung von maltechnischen Studien, naturwissenschaftlicher Forschung und Kunstgeschichte wesentlich zum Verständnis und zum Erhalt von Kunstwerken beiträgt. Den Anfängen entwachsen, arbeiten heute zwischen 50 und 60 Restauratoren, Naturwissenschaftler sowie Museums- und Ausstellungstechniker am Doerner Institut eng zusammen.

Im Doerner Institut dreht sich alles um Fragen eines langfristigen Erhalts des uns anvertrauten Kunst- und Kulturgutes, um Konservierung und Restaurierung, um kunsttechnologische Forschung und um Museums- und Ausstellungstechnik. Der Präventiven Konservierung kommt dabei zentrale Bedeutung zu: Denn schützende Raumhüllen, die Kontrolle von Licht, Klima und Schadstoffen, ein ausgefeiltes Sicherheitskonzept und zahlreiche weitere Faktoren tragen wesentlich zur Minimierung von Risiken bei. Diesem Konzept verpflichtet, betreut das Doerner Institut die Museen und Staatsgalerien der Pinakotheken in Bayern.

Die Aussagekraft von Kunstwerken beruht oftmals auch auf ihren spezifischen Materialien und individuellen Herstellungstechniken. Beide, Material wie Technik, erforscht das Doerner Institut im Rahmen eigener Projekte, häufig in nationalen wie internationalen Kooperationen. Das gut ausgestattete Labor des Institutes greift hierbei auf modernste Verfahren der bildgebenden Untersuchung und der chemisch-physikalischen Analytik zurück. Die Ergebnisse fließen als technologische Befunde und Dokumentationen in wissenschaftliche Kataloge ein oder erscheinen als eigene Publikationen. Das so gesammelte Wissen vertieft nicht nur unser Verständnis europäischer Meisterwerke der bildenden Kunst, sondern ermöglicht auch das Erkennen von Fälschungen: Hier agiert das Doerner Institut für den Handel, für Gerichte sowie für Privatleute beratend und gutachterlich als Clearingstelle in strittigen Fällen.

Trotz aller Prävention machen instabile oder ästhetisch unbefriedigende Erhaltungszustände, akute Schäden oder Ausstellungsvorhaben konservierende oder restauratorische Maßnahmen an einzelnen Werken aus den Beständen der Pinakotheken in Bayern immer wieder erforderlich oder wünschenswert. Das Doerner Institut vertritt hierbei traditionell eine konservative Haltung: So wenig wie möglich, so viel wie nötig. Jede Restaurierung erfolgt dabei immer auf der Grundlage kunsttechnologischer Befunde und immer einer restauratorischen Voruntersuchung. Die Restauratoren des Institutes wie auch externe Kräfte tragen so gezielt und langfristig zum Erhalt der ihnen anvertrauten, wertvollen Sammlungsbestände bei. Sämtliche Depots wie auch die aufwendige Betreuung von Ausstellungsauf- und abbauten fallen in die Zuständigkeit des Doerner Institutes: Seine Museums- und Ausstellungstechniker verwirklichen zusammen mit den Restauratoren die zahlreichen Ausstellungen in den drei Pinakotheken, der Sammlung Schack und dem Museum Brandhorst wie auch die Präsentationen in den dreizehn Staatsgalerien.

Das Doerner Institut steht über ein Kooperationsabkommen in enger Zusammenarbeit mit dem Studiengang „Restaurierung, Kunsttechnologie und Konservierungswissenschaft“ der Technischen Universität München. Eng eingebunden in die Lehrtätigkeit, betreuen Mitarbeiter des Institutes seit 1998 auch Semesterarbeiten, Bachelor- und Masterarbeiten sowie Promotionen. Volontäre wie auch Stipendiaten verschiedenster Stiftungen ergänzen ihre Ausbildung im Doerner Institut. Das breite Tätigkeitsfeld des Institutes schlägt sich nicht nur in umfangreichen Archiven zu kunsttechnologischen Fragestellungen, Röntgen- und Infrarotaufnahmen, Restaurierungsdokumentationen, einer reich bestückten Sammlung von Künstlermaterialien, Künstlernachlässen und anderer Realia nieder, sondern auch immer wieder in kunsttechnologisch orientierten Ausstellungen, welche die Neugier eines breit interessierten Publikums wecken.

 

Das Gebäude ist über einen Lastenaufzug zugänglich. Das Personal ist behilflich.

Anfahrt


Tram
Linie 27: Haltestelle Pinakotheken

U-Bahn
U2: Haltestelle Theresienstraße
U3 | U6: Haltestelle Odeonsplatz oder Universität
U4 | U5: Haltestelle Odeonsplatz

Bus
Linie 100 (Museumslinie): Haltestelle Pinakotheken
Linie 154: Haltestelle Schellingstraße

Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, da in unmittelbarer Nähe der Museen keine Parkplätze zur Verfügung stehen.

Reisebus
Vor den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen / Doerner Institut befinden sich zwei Busparkplätze. Zwischen 10 und 18 Uhr ist die Parkzeit (mit Parkscheibe) auf zwei Stunden begrenzt.


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